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Die Thürme von Wüflans, der Historiker und noch einige Kleinigkeiten : Erzählungen / Friedrich Gleich
Entstehung
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fuͤhrte, da ſuchte ich die ihres einzigen Kindes be⸗ raubte Ungluͤckliche auf. Ich fand ſie noch am Leben, aber im Wahnſinn, den nur ſelten ein hel⸗ ler Augenblick durchbrach...Waͤr er gefallen neben den Braven in der Schlacht, rief ſie und rang die entfleiſchten Haͤnde,das Mutterherz haͤtte einen Troſt... aber ſo.... ſol o o! mein Kopf!.... es iſt Nacht... 1 153 Kein zuſammenhaͤngendes Wort, war mehr von ihr zu hoͤren; der kurze Aufblitz der Beſin⸗ nung ſchwand, ſie verſank in ihren gewoͤhnli⸗ chen, oft wie man mir ſagte, Monate dauernden Stumpfſinn. Von Jugend auf, ſo hoͤrte ich ſpaͤter aus dem Munde einer alten, vertrauten Dienerinn der Ungluͤcklichen hatte der Sohn, mein armer Freund, vom Daͤmon der Spielſucht beſeſſen, die Karten uͤber Alles geliebt. Umſonſt hatte die Mut⸗ ter, nachdem er in's Regiment getreten, gewarnt und gebeten; vergebens hatte er, ſonſt edel und gut in allen andern Dingen, von der unſeligen Leidenſchaft ſich loszureißen geſucht; immer waren wieder Ruͤckfaͤlle gekommen, ſelbſt wenn er eine Zeitlang ſich ganz gebeſſert zu haben ſchien. Bei einer dieſer Gelegenheiten war es, wo die Mutter, ergriffen von einer ſchwarzen Ahnung, das Bild entwarf, wolches mir mein ſterbender Freund uͤber⸗

gab.