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Ermenance kam jezt faſt nicht mehr von den Stufen des Altars weg. In heißen Gebeten be⸗ ſchwor ſie den Himmel, ihr endlich den rettenden Sohn zu gewaͤhren, deſſen Erſcheinen ihre Leiden endigen und die Kerkerpforten ihrer Toͤchter ſpren⸗ gen ſollte; auch Grinwald, ſonſt wenig um Gott und deſſen Diener ſich kuͤmmernd, that Wall⸗ fahrten, beſchenkte Kirchen und Kloͤſter, und glaubte nun gewiß, es koͤnne nicht fehlen. Aber ach! taub gegen die Thraͤnen der Gattinn, und die eigenſuͤch⸗ tigen Opfer des rauhen Mannes verwerfend, ſchien die Vorſehung den Beſchluß gefaßt zu haben, dem Beſitzer von Wuͤflans ſo viele Toͤchter zu geben, wie das Schloß, welches ihn ſo ſtolz machte, Thuͤr⸗ me hatte, und zum viertenmale niederkommend, ge⸗ bar Ermenance die vierte Tochter. 1
Der Ueberſchwang von Wuth hatte Grinwal bei dieſer Nachricht in eine Art von Erſtarrung ge⸗ ſetzt; eben war er aber im Begriff, nun um ſo furchtbarer in ſeinem Grimm uͤber Mutter und Kind loszubrechen, als die ungluͤckliche Gattinn aus der Tiefe ihres Jammers ſelbſt, den nie gekannten, ſelbſt nie in ſich geahnten Muth ſchoͤpfte, ſich dem tyranniſchen Beginnen des unnatuͤrlichen Mannes und Vaters zu widerſetzen. Mit einer Feſtigkeit, die alle Umſtehende erſchreckte und ſelbſt Grinwald außer Faſſung brachte, erklaͤrte ſie, ihr neugebore⸗ nes Kind an die Bruſt druͤckend, daß keine Ge⸗


