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Die Thürme von Wüflans, der Historiker und noch einige Kleinigkeiten : Erzählungen / Friedrich Gleich
Entstehung
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am mehrſten verlangt, ſo auch hier. Nach lan⸗ gem, ſchmerzlichen Kampfe, gebar die ſchoͤne Ca⸗ ſtellanin von Wuͤflans eine Tochter, ſchoͤn wie der Morgen, deren Anblick aber den unnatuͤrlichen Vater nur zu Wuth und Zorn entflammte. We⸗ nig fehlte, ſo haͤtte er an dem unſchuldigen We⸗ ſen ſeinen Grimm ausgelaſſen, der nun, da man ihm die Kleine ſchnell entzog, unaufhaltſam uͤber die ungluͤckliche Mutter hereinbrach.

Nie! rief er aus,ſollſt du dein Kind wiederſehen, bis du mir den theuerſten Wunſch meiner Seele erfuͤllſt und mir einen Sohn ge⸗ bierſt. Und weg von der Bruſt der weinenden Mutter, riß der Tyrann die kleine Aloyſe, und uͤbergab ſie der Frau eines ſeiner Dienſtleute, mit dem Befehl, das Kind in einen der Thuͤrme einzuſperren, die die Flanken des Schloſſes Wuͤf⸗ lans vertheidigen und deren Mauern ſo dick, deren Lage ſo unzugaͤnglich war, daß kein leben⸗ des Weſen vernehmen konnte, was darinnen vor⸗ ging. Die Aufſicht uͤber das Kind und Waͤrterinn vertraute Grinwald aber ſeinem Stallmeiſter Rai⸗ mund an, einem Diener, deſſen Treue er vielfach erprobt hatte, und auf deſſen Verſchwiegenheit er rechnen konnte.

Zwei Jahre vergingen ſo und niemand außet dem Schloſſe ahnete, daß in jenem furchtbaren Thurme ein lebend Weſen athmete, niemand in