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von Azzoni, den Bruder des ungluͤcklichen Adal⸗ bert.
Aber Grinwald glich dem Bruder ſehr wenig. Sanft und gefuͤhlvoll war einſt dieſer; rauh, hart und fuͤhllos jener; bald hatten die Bewohner der Gegend, beſonders die Unterthanen der Herrſchaft Wuͤflans, nur zu viele Urſache, die Großmuth ihrer einſtigen Koͤniginn zu verwuͤnſchen.
Obſchon Grinwald nicht mehr jung war, ſo hatte er doch bisher nicht daran gedacht, ſich eine Gattinn zu ſuchen. Theils hielt ihn die Be⸗ ſchraͤnktheit ſeiner Lage, theils auch ſein zuͤgel⸗ loſer, nur an den rohen Vergnuͤgungen der Jagd und des Bechers Geſchmack findender Sinn davon ab. Jetzt indeß, Herr eines anſehnlichen Ge⸗ bietes geworden, ſchien es ihm doch an der Zeit zu ſeyn, ſich nach einer Haͤlfte umzuſehen, damit das Haus der Azzonis juͤngerer Linie, nicht aus⸗ ſterbe, und da ihm, dem nun reichen und folg⸗ lich auch Angeſehenen, das Beſte und Schoͤnſte von Gott und Rechtswegen zuzukommen ſchien, ſo wandte er ſeine Blicke auf Ermenance von Vergy, die Tochter des alten Ritters und ehe⸗ maligen Stallmeiſters der Koͤniginn Bertha, Vergy auf Champvent, deren aͤltere Schweſter, Gabriele, an den Herrn von Granſon vermaͤhlt war, und deren Bruder Enguerrand als Page an dem Hofe Karls IV. lebte.


