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Langſam ging ſie auf den Sarg zu, ſank ſchluchzend vor demſelben in die Knie und legte eine weiße Roſe, die ſie in der Hand trug, dem Todten auf die Bruſt. Marie ſchmückte unterdeſſen den Sarg ringsum mit Blumen.
Alles war ſtill umher; die tiefſte Rührung hatte die Anweſenden ergriffen und ſelbſt Richard's Vater trocknete einige Thränen, die der ergreifende Anblick ihm entpreßte.
Nachdem Luiſe eine Weile ſchweigend gekniet und in Gedanken das Gelöbniß wiederholt hatte, das ſie Marien gegeben, ſtand ſie auf, ging auf Richard zu, reichte ihm die Hand und lehnte ihren Kopf an ſeine Bruſt. Dann machte ſich ihr gepreßtes Herz reichlich Luft und ein Strom heißer Thränen rann ihr über das Geſicht.
Sie war ſo heftig bewegt, daß ihre Mutter und Marie ſie unterſtützen mußten, als ſie mit ihnen den Saal verließ.
Das Begräbniß nahm ſodann ernſt und würdig ſeinen Fortgang. Auf Veranlaſſung des Muſikmei⸗ ſters, hatte ſich nicht nur der Männer⸗Geſangvoerein, deſſen Mitglied Simon geweſen, eingefunden, ſondern es befand ſich auch eine kleine Abtheilung guter Muſikan⸗ ten im Garten, welche den Vorgang feierlich begleiteten.
Es war einer jener erſten Frühlingstage, die


