Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Als der Baron, ihr Begehren bewilligend, ſie darauf aufforderte, ihren Wunſch auszuſprechen, ſagte ſie mit flehend aufgehobenen Händen:Noch einmal ſehen möchte ich ihn. Zum letzten Male, bevor ihn die Erde bedeckt.

Thereſe äußerte einige Bedenken, aber der alte Baron beſtand darauf, ſein Wort zu halten und be⸗ zeichnete den Damen die Stunde, wann ſie zuſammen auf ſeinem Gute eintreffen ſollten. Er ſelbſt begab ſich mit den Herren einſtweilen ſogleich dorthin.

Als er wegging, ſagte ihm Luiſe noch:Auch Richard mag zugegen ſein, wenn wir kommen.

Simon's Leiche wurde unterdeſſen in einem Saale aufgeſtellt. Man hatte ihn einfach in Schwarz gekleidet, was zwar eigentlich gegen die Sitte der Israeliten war, aber den Todten viel weniger ſchreck⸗ lich erſcheinen ließ.

Zur feſtgeſetzten Stunde hatten ſich die Herren im Saale verſammelt und blickten trauernd und ſchweigend auf die bleichen Züge des Verſtorbenen.

Da öffnete ſich die Thüre zur Seite, und herein traten, in Schwarz gekleidet, Luiſe, am Arme ihrer Mutter und Marie, einen Korb mit Blumen tragend.

Thereſe und Marie weinten heftig, als ſie ein⸗ traten. Luiſe dagegen war ſtill und wandte keinen Blick von den ruhigen Zügen des Verblichenen ab.