Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

lich war, Sie durch ſein Leben zur Verſöhnung zu leiten, ſo laſſen Sie wenigſtens ſeinen Tod nicht an Ihnen verloren ſein. Erfahren Sie denn, daß er für die Idee geſtorben iſt, um derentwillen Sie ihn ſchmähen.

Ein lauter Schrei des Schreckens aus dem Munde des alten Mannes war die erſte Entgegnung auf dieſe furchtbare Eröffnung.

Was ſagen Sie, Unglücksbotin 2 rief er,mein Sohn wäre todt? Wann iſt er geſtorben und wo und wie?

Marie gab ihm einen kurzen entſprechenden Be⸗ richt deſſen, was vorgefallen war.

Todt! ächzte der alte Mann hierauf. Todt, mein Sohn, mein Einziger! und er warf ſich zur Erde und fiel mit dem Geſicht auf den Boden und wieder⸗ holte jammernd:Todt, mein Sohnl o mein Sohn!

Dieſe Laute des Schmerzes ſchnitten tief in Mariens Herz. Mitlleidig näherte ſie ſich dem jam⸗ mernden Greiſe und wollte es verſuchen, ihm einige Worte des Troſtes zuzuflüſtern.

Indem ſie ſich zu ihm niederbeugte, entfiel ihr jener Talisman, der Ring des Dorfnarren, den ſie im Buſen trug, und kam ſo plötzlich dem alten Gold⸗ heim zu Geſicht.

Kaum war dies geſchehen, als er ſeine Klagen unterbrechend, auf den Ring ſtarrte, ihn mit der Hand ergriff und raſch an ſich riß.