Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Was iſt das? ſagte er, die Urſache ſeines gegenwärtigen Jammers über die Erinnerung, welche der Aublick weckte, vergeſſend.Wie kommt der Ring hieher? Wer gab Ihnen den Ring?

Marie ahnte etwas vom Zuſammenhang und beeilte ſich, in der Hoffnung, durch ihre Mittheilung den Haß des Alten zu mildern, ihm in wenig Zügen die Begebenheit zu erzählen, die Richard's Vater in Be⸗ zug auf den Ring ihr mitgetheilt hatte.

Mit ſtierem Blick ſog der Jude die Worte von ihren Lippen. Kaum hatte ſie geendet, als er ſich erhob, mit wildem grauenhaften Blicke in ſein wei⸗ ßes Haar griff, es zerraufte und ſeine Kleider zerriß.

Alles iſt gekommen, wie ich es vorausgeſehen 1 rief er dann aus.Zugleich mit der Nachricht vom Tode meines Sohnes wird mir nun der Ring zu⸗ rückgebracht, dem einſt jene falſche Hand, die Gottes Rathſchluß hinderte, als Pfand von mir nahm und das erſt wieder eingelöſt werden mußte mit dem Blute meines eingebornen Sohnes!

Ein Schauder ergriff Marie, als ſie dies ver⸗ nahm.Welch ein furchtbarer Wahn erzeugt dieſe ſchwarzen Gedanken? ſagte ſie.Ihr Geſchick iſt ſchwer und wohl mag es verzeihlich erſcheinen, wenn ſie die Menſchen verklagen, aber Gottes Hand, die doch ſichtlich Alles zum Beſten geleitet hat, darf

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