Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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nicht geſehn ſeit geſtern Abend. Iſt er ſchon ausge⸗ gangen?

Er befindet ſich ſeit geſtern im Hauſe des Herrn Schaller, erwiederte Marie.

Im Schaller'ſchen Hauſe? wiederholte Gold⸗

Meim, und der Ausdruck ſeines Geſichts zeigte die Spuren des tiefſten Haſſes. Mißtrauiſch betrach⸗ tete er das junge Mädchen eine Weile und begann dann:

So ſind Sie wohl die Tochter des Herrn Schaller, die ich bis jetzt noch nicht die Ehre hatte zu kennen? Vermuthlich wollen Sie mir die Nach⸗ richt überbringen, daß mein Sohn nicht mehr zu ſeinem alten Vater zurükkehren wird, daß er ſich ganz von ihm trennen und bei Ihnen bleiben werde. Sa⸗ gen Sie es nur heraus, ich bin ſchon ſeit lange dar⸗ auf gefaßt.

Marie empfand die traurige Ironie, die ſich zu⸗ fällig in dieſen Worten fand. Sie beſchloß den Ab⸗ ſcheu des unglücklichen Vaters gegen die Familie Schaller wo möglich zu mildern, bevor ſie ihm ihre traurige Botſchaft mittheilte.

Sie irren ſich, ſagte ſie,ich bin nicht Luiſe Schaller, aber ich komme in ihrem Namen und im Namen ihrer Eltern, um Ihnen eine Nachricht zu