Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſein Herz,darf ich der ſchönen Hoffnung wieder Raum geben? Soll dieſe Wunde, die mich dem Tode in die Arme führen konnte, die Vermittlerin ſein zum neuen, ſchönen, durch Ihre Liebe verklärten Leben?

Fragen Sie nicht, entgegnete hierauf Luiſe, gern bin ich entſchloſſen, Ihrem Glücke mein Leben zu weihen und mein Schickſal an das Ihrige zu ket⸗ ten, wenn ſie es verlangen. Freudig will ich Alles aufbieten, um mich durch treue Aufopferung ihres großen und edlen Herzens würdig zu machen.

Als Simon dieſe Worte vernahm, durchdrang ſein Herz das beſeligende Gefühl reinſter Wonne. Er zog ſanft das geliebte Mädchen zu ſich nieder; erröthend ſank ſie an ſeine Seite auf ihre Knie und umſchlang ihn mit beiden Armen. Ihre Lippen be⸗ rührten die ſeinigen und mit dieſem Kuſſe erſt war es ihr, als ſei ihr Unrecht gegen den jungen Mann ganz geſühnt.

Da öffnete ſich die Thüre und herein trat Marie in Begleitung von Otto und Richard.

Als Luiſe Jemand eintreten hörte, erhob ſie ſich raſch, und da ſie ihren Bruder erblickte, wollte ſie mit einem freudigen Ausruf ihm in die Arme eilen. Aber wie gelähmt blieb ſie mit einem erſtickten Ruf des Erſtaunens plötzlich bei Richard's Anblick