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verächtlichen Flecken niedrigen Vorurtheils getrübt wird. Ja, nun kann ich die Hand küſſen, die mich ſchlug, und den Bund ihrer Liebe, wenn auch mit Thränen der Wehmuth, ſegnen.“
„Ich habe ihren Segen nicht verdient,“ entgeg⸗ nete mit wehmüthiger Stimme Luiſe,„darum kommt er zu ſpät. Der, um deſſentwillen ich Sie damals von mir ſtieß, hat mich verlaſſen und es iſt mir nichts übrig geblieben von jener Zeit, als die Reue über das Unrecht, das ich an Ihnen beging.“
„Wie?“ frug Simon überraſcht,„er, den Sie liebten, hat Sie verlaſſen? O, dann haben Sie ſich getäuſcht! Hätte er Sie geliebt, glauben Sie mir, keine Macht würde ihn von Ihnen getrennt haben!“
„Ja, ich fühle es in dieſem Augenblicke,“ ent⸗ gegnete Luiſe, tief ergriffen von Simons leidenſchaft⸗ lichen Worten,„ich folgte thöricht dem falſchen Scheine und verkannte die Wahrheit einer echten Liebe. Aber nun ſei es gelobt, ich ſage mich los von dem un⸗ würdigen Gefühl, das ich bisher noch immer gehegt habe,— ja, wenn es mir gegönnt wäre, die Hand 5 zu ergreifen, die ich einſt thöricht von mir ſtieß, ich wollte ſie erfaffen und mich daran halten in allen Stürmen des Lebens.“
„Luiſe!“ rief Simon und drückte ihre Hand an


