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ſtändniß beleidigt,“ fing ſie mit bewegter Stimme an,„aber Gott iſt mein Zeuge, daß ich ſie ſtets ge⸗ achtet und geſchätzt habe und Ihnen nie ſo begegnet wäre, als es damals geſchah, wenn mein Vater nicht die Entſcheidung auf Ihren Antrag in einem Au⸗ genblicke von mir gefordert hätte, wo ich vor Verdruß meiner ſelbſt kaum mächtig war. So kam es, daß ich Ihnen rückſichtslos und in einer Weiſe begegnete, die, glauben ſie es meinem Worte, meinem Weſen ſonſt fremd geblieben wäre. Hätten Sie gewußt, daß der eigentliche Grund, warum ich Ihren Antrag zurückwies, der war, daß mein Herz ſchon an einen Andern gefeſſelt war, Sie würden mir vielleicht ver⸗ geben haben und unſer Freund geblieben ſein.— Sagen Sie mir jetzt,“ fuhr ſie fort,„daß Sie dies noch thun wollen.“
Simon hielt ihre Hand noch immer feſt in der ſeinigen. Ein Strahl der Freude legte ſich jetzt auf ſeine bleichen Züge, indem er zu ihr ſagte:
„Dank Ihnen, daß Sie mir dies Alles geſagt haben. Alſo nicht darum, weil ich ein verachteter Jude bin, verſagten Sie mir Ihre Hand, ſondern weil ſie einen Andern liebten? O dann wird die Qual, die mich bisher verfolgte, verſöhnt; ich kann mein Geſchick beklagen, ohne daß ihr Bild durch den


