Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Luiſe und ſagte zu ihm:„Sie ſcheinen verwundert darüber, daß Sie mich in Ihrer Nähe ſehen und ich möchte dieſen Zufall, hätte er nicht ſo gefährliche Folgen haben können, faſt für ein Glück halten, da er mir Gelegenheit gibt, Ihnen durch die ſorgſamſte Pflege einen Theil jener Schuld gegen Sie abzu⸗ tragen, die ich nie ganz auszutilgen im Stande ſein werde.“

Iſt der Körper geſchwächt, ſo wirken alle Ein⸗ drücke wenn auch richtig, ſo doch weniger ſtark auf die Seele ein, und wenn der Leidende auch die Freude empfindet, ſo iſt ſein Gefühl dafür doch eigentlich nur das einer wohlthätigen Erleichterung.

Simon liebte Luiſe noch immer ſo ſehr, daß jedes ſanfte Wort, von ihr zu ihm geſprochen, wie Balſam auf ihn wirkte. Er ſah ſie alſo an und ſtreckte ſeine Hand aus, um die ihrige dankend zu faſſen.

Luiſe reichte ihm ihre Hand und konnte ſich dabei nicht enthalten zu weinen. Einige heiße Thränen ftelen auf Simons Finger und er fühlte es. Luiſe wollte den Augenblick benutzen, um das ganze Mißverſtändniß zwiſchen ihr und dem jungen Goldheim aufzuklären.

„Ich habe Sie durch ein unglückliches Mißver⸗