Aurora erſchrack vor dem wilden Feuer, das in ſeinen Augen glühte. Sie ſtand auf und indem ſie ſich an ihn anſchmiegte, flüſterte ſie:„Hören Sie, mein Freund, und glauben Sie, daß ich nur Sie liebe und ſterben würde, wenn Sie mich verließen.“
Der junge Mann ſuchte ſich von ihr loszuma⸗ chen, und halb abgewendet wiederholte er:„Beant⸗ worten Sie meine Frage: Sind Sie im Begriffe ſich mit dem Fürſten Makonski zu verloben?“
„Er weiß, daß wir uns lieben,“ entgegnete halb⸗ laut und zitternd Aurora.
Dieſe Worte machten auf Richard einen nieder⸗ ſchmetternden Eindruck. Sein erſtes Gefühl war ein unendliches Weh; er fühlte ſich gekränkt in tiefſter Seele, da er zum Erſtenmale ſein Empfinden in ſchlauer Berechnung entweiht und mißbraucht ſah. Er preßte beide Hände vor das Geſicht und ſchluchzte laut. Weinend ſank Aurora an ihm zu Boden und indem ſie ihr Geſicht an ſeine Knie preßte, flehte ſie:
„Vergeben Sie mir, wenn Sie leiden; ich glaubte, daß Ihnen Alles bekannt ſei und hatte nie die Abſicht, Sie zu betrügen. Ich liebe Sie mehr als mein Leben und wenn Sie mich verlaſſen, ſo werde ich als ſeine Gattin das unglückſeligſte Ge⸗ ſchöpf auf der Erde ſein.“


