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wölkten Tage, aber vergiß auch dabei derer nicht, denen es Freude iſt, Theil zu nehmen an Deiner Freude. Theile mir deine Empfindungen ſtets offen mit wie bisher, verbirg mir nichts, und denke bei Allem, was Du beginnſt, daß ich meinen Theil davon fordere als Zoll Deiner brüderlichen Liebe.“—
Als Richard dieſen Brief geleſen hatte, ergriff ein Gefühl unn ennbaren Heimweh's ſein Herz.
„O, daß ich das früher geleſen hätte!“ rief er ſchmerzvoll aus, legte den Brief vor ſich auf den Tiſch, bedeckte das Geſicht eine Weile mit beiden Händen und ſah hierauf tief erſchüttert, mit Thrãä⸗ nen in den Augen, vor ſich hin.„Aber,“ fuhr er fort,„ich will dieſen Brief von nun an immer bei mir tragen, auf meinem Herzen ſoll er ruhen, als ein Talisman und mich ſchützen vor jeder neuen Verſuchung.“
Richard nahm ſich vor, an dieſem Tage keinen Beſuch bei Aurora zu machen. Er ging nach der Kunſtakademie und betrachtete dort das herrliche Bild Tizian's,„die Himmelfahrt der Maria.“ Andächtig und bewundernd ſah er, wie zwiſchen den anbetend nachblickenden Jüngern und den freudig ſich herab⸗ neigenden Himmelsſchaaren die Geſtalt der Jungfrau


