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daß ein wehmüthiger Anflug, den ſie ſeit dem Tode
ihrer Pflegemutter in ihr Gemüth aufgenommen
habe, ihr etwas unendlich Rührendes gebe. Er habe in der kurzen Zeit ihres Zuſammenſeins auf der Reiſe bis Wien, wahrhaft brüderliche Zuneigung zu ihr ge⸗ faßt, und es habe ihm geſchienen, als müſſe er ihr jedes kleine Erlebniß mittheilen und ſie bei Allem um Rath fragen. Er ſprach dabei die feſte Ueberzeugung aus, daß auch die Großmutter ihre Enkelin lieb ge⸗ winnen und anerkennen werde.
Als er dieſen Brief geendet hatte, war die Erin⸗ nerung an ſeine neue Schweſter und Freundin ſo leb⸗ haft in ihm geworden, daß er ſich nicht enthalten konnte, auch noch an ſie zu ſchreiben.
Genau und ohne Rückhalt ſchilderte er ihr ſein Gefühl für Aurora, von dem erſten Augenblicke an, wo er ſie geſehen, bis zu der Erwartung, in welche
ihn der heutige Tag verſetzt hatte.
Als er dieſen Brief geendet hatte, fühlte er ſich erleichtert und um vieles ruhiger als vorher. Seine Empfindung für Aurora war weniger ſtürmiſch ge⸗ worden, er ſah nicht mehr ſo ungeduldig nach der Uhr, als er es bisher gethan hatte, und nahm ſich feſt vor, in Zukunft jedes Erlebniß dieſer Art ſeiner Schwe⸗ ſter mitzutheilen, wobei es ihm vorkam, als ſei ſie ge⸗


