Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Breizehntes Kagpitel.

Am folgenden Tage fertigte Richard, um ſich, bis der Abend herankomme, die Zeit zu vertreiben, einen Brief an ſeinen Vater und ein Antwortſchreiben an ſeine Großmutter ab.

Erſterem meldete er ſeine glückliche Ankunft in Venedig und beſchrieb ihm, was er Schönes auf ſeiner Reiſe bis dahin geſehen und erfahren hatte.

In ſeiner Antwort an die Großmutter überging er ſein Verhältniß mit Luiſe ganz, und meldete ihr nur in Bezug auf ihre letzte Anfrage, daß ſein Vater allerdings die verloren geglaubte Schweſtertochter auf⸗ gefunden und zu ſich genommen habe.

Er berichtete ihr, wie ſie das Mädchen, ermattet und krank, kurz vor ihrer Abreiſe, an dem Thore des väterlichen Gutes in der Nähe des Rheinufers ang⸗ getroffen hätten. Sie ſei im Begriff geweſen, uuß dem Tode ihrer Pflegemutter ihr Brod bei fremden Leuten zu ſuchen, aber ſein Vater habe ſie auf den erſten Blick an der Aehnlichkeit mit ihrer Mutter er⸗ kannt und freudig als ſeine Tochter begrüßt. Hierauf machte Richard eine Schilderung des Mädchens, wo⸗ rin er ihr ſanftes, ſtilles Weſen rühmte und hinzuſetzte,