Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

156

Smülftes Kanitel.

Als Richard am folgenden Morgen aufſtand, fiel es ihm ein, nach der Poſt zu ſenden, um dort fragen zu laſſen, ob Briefe für ihn angekommen ſeien. Sein Vater hatte ihm geſagt, er werde, wenn etwas Außer⸗ gewöhnliches vorfallen ſollte, ihm dies nach Venedig berichten. Der Fachino brachte wirklich einen Brief, und als ihn Richard öffnete, fand er darin ein Schrei⸗ ben ſeiner Großmutter, welches nach ſeiner Abreiſe in Wien angekommen und ihm von dort nachgeſchickt worden war. Sie wünſchte ihm darin Glück zu ſei⸗ nem Zuge nach Venedig und ſchrieb dann unter an⸗ derem folgendes:

Ich kannte bisher die Urſache nicht, weshalb Dein Vater ſo plötzlich ſich entſchloß mit Dir auf Reiſen zu gehen, aber ein Zufall führte mich auf die Entdeckung derſelben. Du hatteſt hier Verbindun⸗ gen angeknüpft, welche Dein Vater zu unterbrechen für gut fand, und ich glaube, dieſer Vorfall wird ihn endlich zu der Einſicht gebracht haben, daß die Grund⸗ ſätze, die er bei Deiner Erziehung geltend machen wollte, viel ſchlimmere Folgen herbeiführen konnten, als diejenigen, welche er bei mir von jeher verwor⸗