Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Richard unterhielt ſich gerade mit der Marcheſe Grimani, einer verblühten Schönheit, als Aurora ein⸗ trat. Ihr Anblick ſetzte ihn in lebhafte Verwirrung; die Marcheſe, dieſen Eindruck bemerkend, ſchrieb ihn der außerordentlichen Schönheit Aurora's zu und hatte nichts Eiligeres zu thun, als dem jungen Manne das Gerede hinſichtlich des Fürſten und Au⸗ rora zu hinterbringen.

Die Wirkung, welche dieſe Mittheilung auf Ri⸗ chard hervorbrachte, war eine eigenthümliche. Aurora erſchien ihm noch reizender als vorher, wenn er be⸗ dachte, daß ihre Schönheit nur dazu dienen ſolle, die erſchlafften Sinne des alten Fürſten zu ergötzen, und es dünkte ihm ein Frevel an ihrer Blüthe, wenn ſie vorübergehen ſolle, ohne das Entzücken wach zu rufen, welches die Harmonie in gleichklingenden ju⸗ gendlichen Herzen hervorruft. Die Corruption der Fa⸗ milienzuſtände in Italien war ihm noch fremd; hätte er ſie gekannt, er würde ſowohl ſein Mitleid wie ſei⸗ nen Unmuth geſpart haben.

Aurora hatte kaum den anweſenden Fremden bemerkt, als ein Strahl der Freude ihr Geſicht erhellte.

Richard ſah dies und konnte nicht umhin, den Hausherrn zu bitten, ihn den beiden Damen vor⸗ zuſtellen. 4