Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

———

153

Dieſe empfingen ihn mit der größten Freund⸗ lichkeit, und Fürſt Makonski, dem er bei dieſer Ge⸗ legenheit ſelbſtverſtändig ebenfalls präſentirt werden mußte, erinnerte ſich ſeines Namens und beſprach ſich lange und mit der größten Zuvorkommenheit mit ihm über ſeine Reiſe und ſeinen Aufenthalt in Venedig.

Richard mußte ſich geſtehen, daß der alte Herr ihn für ſich gewonnen habe; auch glaubte er ſich überzeugt, daß die Marcheſe Grimani im Irrthum ſein müſſe, indem das Benehmen des Fürſten gegen Aurora viel mehr das eines Vaters, als eines Ver⸗ lobten war. Ja, er bemerkte ganz deutlich, daß der Fürſt mit Wohlgefallen den Eindruck beobachtete, den er auf Aurora ausübte.

Die Sitte in Italien bringt es mit ſich, daß das Wohlgefallen die Geſetze in der Geſellſchaft vor⸗ ſchreibt, und ſo machte es ſich ganz von ſelbſt, daß Richard den ganzen Abend nicht mehr von der Seite Aurora's kam.

Das Geſpräch drehte ſich ſehr bald um Richard's abendliche Gondelfahrt. Aurora ſagte ihm, daß ſie die ganze Nacht im Traume immerfort noch den Geſang gehört habe, und ihr Blick, ſo wie ein leichtes Er⸗ röthen ließen ihn den kühnen Gedanken faſſen, daß zwiſchen den Geſängen auch mitunter die Scene mit

4