Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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in Richard's Phantaſie wob ſich alles zu einem bunt⸗ bewegten Bilde zuſammen, welches nur dazu diente, die Hauptgeſtalt der ſchönen Aurora lebhafter hervor⸗ treten zu laſſen.

Die Fahrt endete ſpät. Richard ſuchte ſogleich ſein Lager auf, aber der Schlaf floh ihn noch lange Zeit, und als er ihn endlich fand, ſchwebte in ſeinen Träumen die reizende Geſtalt Aurora's mit dem ver⸗ führeriſchen Lächeln vor ſeiner Seele.

Richard hatte ſich von Wien aus mehrere Em⸗ pfehlungen an einige der angeſehenſten Familien in Venedig mitgenommen. Nachdem er die erſten Tage damit zugebracht hatte, die Kunſtſchätze und Sehens⸗ würdigkeiten der Stadt zu beſehen, beeilte er ſich ei⸗ nige Beſuche zu machen. Er würde vielleicht kaum Ge⸗ brauch von ſeinen Empfehlungen gemacht haben, wenn ihn nicht die Hoffnung dazu getrieben hätte, die ſchöne Aurora, über deren Perſönlichkeit ihm Lazzaro noth⸗ dürftige Auskunft gegeben hatte, in einem der ge⸗ ſellſchaftlichen Kreiſe der Stadt anzutreffen.

Das Glück war ihm günſtig. Sein erſter Be⸗ ſuch brachte ihm die Einladung zu einer Soirée, und kaum war er dort einigen Herren und Damen vor⸗ geſtellt worden, als Fürſt Makonski mit den beiden Damen, als deren Fuͤhrer er überall auftrat, gemel⸗ det wurde.