21
Du Deine Pläne etwas mehr in das Innere des Hauſes richteſt, denn ich will lieber ein wenig Aerger, als viel Angſt und Sorge aushalten.“
Jetzt ſchien Schaller ernſthaft böſe zu werden. „Du weißt,“ ſagte er,„daß ich ſolche alberne Scherze nicht leiden kann.— Es ie Dinge, die nur zum Ernſte ſtimmen ſollen.“
„Nun ja,“ entgegnete naigend Thereſe,„ich bin doch nun einmal eine alberne Frau, und Du ſollteſt Dich daran gewöhnt haben; Du weißt ja, daß es nicht ſo ſchlimm gemeint iſt.“ Und damit ordnete ſie ihm das Halstuch, indem ſie ihm freund⸗ lich in das Geſicht ſah.
Schaller's Groll war ſogleich vorüber.„Wo die Kinder ſo lange bleiben?“ fragte er, ungeduldig nach der Uhr ſehend.
„Sie ſind zur Geſammtprobe für das Conzert, das nächſte Woche ſtattfindet,“ erklärte Thereſe, „und da weiß man ja, wie's geht. Die Herrchen und Dämchen werden nicht gehörig eingeübt haben, und der arme Director in Noth und Aerger gerathen. Das giebt dann nur wieder neuen Stoff zur Be⸗ luſtigung für das übermüthige junge Volk.“
„Alſo nächſte Woche findet das Conzert ſtatt?“
frug Schaller gedehnt,—„und ich muß auch dabei ſein?“


