Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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krank und elend ſie ſei. Otto ſprach ihr vergeblich Troſt zu.— Es ſchien ihm ein Widerſpruch in den ſanften Zügen der Leidenden zu den troſtloſen, zag⸗ haften Worten derſelben zu liegen. Indeſſen dachte er darüber nicht weiter nach, da ſeine Gedanken viel zu ſehr mit der lieblichen Begleiterin der Leidenden, die er für deren Tochter anſah, beſchäftigt waren. Bald gelangten ſie an den Eingang des Dörf⸗ chens und die Frauen lenkten ihre Schritte nach einem einfachen, aber reinlichen Häuschen, das von einem Garten eingefaßt, die Spuren ſorgſamer Ordnung trug. Ein junges Weib, offenbar die Frau des Haus⸗ beſitzers, kam ihnen mit ängſtlicher Geberde und rei⸗ chem Wortſchwall entgegen, und gab ihnen die Ver⸗ ſicherung, daß ſie ſich über das lange Ausbleiben der Frauen bereits halb todt geängſtigt habe. Sie nahm in ihrer Geſchäftigkeit wenig Rückſicht auf Otto, be⸗ mächtigte ſich der Kranken und würde dieſelbe ohne Weiteres ins Haus geführt haben, wenn dieſe nicht ſelbſt ſich umgedreht und Otto die Hand reichend, ihm mit wenig ſchlichten Worten ihren Dank aus⸗ geſprochen hätte. Auch das junge Mädchen reichte ihm die Hand, auch ſie wollte einige Worte des Dankes ſprechen, aber indem ſie die Lippen öffnete, verſtummte ſie vor Otto's Blicken plötzlich, ſah ihn