Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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genüber der zarten, ungewöhnlichen Schönheit, die auf dem Geſichte des jungen Mädchens thronte, die blauen Augen, die von Thränen erfüllt, bittend zu ihm aufblickten; alles dies bewegte ihn mächtig und erfüllte ihn mit aufrichtiger Theilnahme. Raſch eilte er hinzu und ohne im erſten Augenblicke eines Wor⸗ tes mächtig zu ſein, unterſtützte er die Kranke, half ihr ſich von der Bank erheben und führte ſie im Ver⸗ ein mit ihrer jungen Begleiterin langſam hinweg.

Eine Zeitlang gingen ſie ſchweigend mit ein⸗ ander voran. Otto, ſonſt ſo redſelig, konnte es nicht über ſich gewinnen, eine Unterhaltung anzuknüpfen, und das junge Mädchen ſchien ſo ſehr von der Sorge für die Kranke in Anſpruch genommen, daß es ihr unmöglich wurde, etwas zu reden. Ob vielleicht auch das Gefühl, ſo in der Sorge um ein hülfsbedürftiges Weſen plötzlich miteinander verbunden zu ſein, Theil hatte an dem beengenden Gefühle, welches die Beiden beherrſchte, wollen wir nicht entſcheiden.

Endlich brach die Kranke ſelbſt das Stillſchwei⸗ gen, und indem ſie Otto dankte für den ihr gelei⸗ ſteten Beiſtand, beklagte ſie bitter ihren hilfloſen Zu⸗ ſtand. Sie erzählte, wie ſie, ſich beſſer fühlend, ge⸗ glaubt habe, dieſer erſte Ausgang werde ihre Kräfte vermehren, und daß ſie es nun erſt recht fühle, wie

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