Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

5

Bewegung ſeines jungen Freundes verſtand, vermied es abſichtlich den Nachklang des gehabten Eindrucks in ihm zu ſtören, und erſt nachdem ſie eine Weile von dem Geräuſche der Stadt entfernt waren, be⸗ gann er mit folgenden Worten:

Wie allgewaltig iſt doch die Wirkung der Muſik! ihr Zauber erhöht die Kräfte unſerer Empfindung und verſetzt ſie in einen ungewöhnlichen Grad von Empfänglichkeit für das Göttliche.

So, entgegnete der Jüngling,fühle ich in dieſem Augenblicke ihre Wirkung! Jeder Gedanke in mir iſt heilig, mein ganzes Weſen ruht in ſeligem reinem Entzücken. O, glücklich der, dem es vergönnt iſt, etwas Aehnliches zu ſchaffen! Kann es wohl einen erhabeneren, edleren Beruf geben, als Empfin⸗ dungen wach zu rufen, welche denen gleichen, die mich jetzt erfüllen!

Muth und Ausdauer, mein Freund, verſetzte der andere,und Du kannſt es erreichen! Noch ver⸗ zagt Dein Gemüth und zweifelt an der eigenen Fä⸗ higkeit, aber eben diefe beſcheidene Bewunderung fremder Kräfte iſt mir ein ſicheres Unterpfand für Deine Zukunft, denn ſie läßt Dich mit heißem Ver⸗ langen das Gute aller Zeiten erfaſſen und halten.

und doch, begann mit zögernder Stimme der