23 dieſe ſo fern geglaubte„weite“ Welt ſchon mit dem Schritt beginnen kann, den wir vor unſer eigenes Haus thun, daß ſte oft ſelbſt dieſſeits jenes Blüthenbaumes liegt, deſſen Duft der Abendwind in unſer Fenſter weht. Es können Verhältniſſe eintreten, in denen uns der Boden förm⸗ lich unter den Füßen ſchwindet, und wo wir ſelbſt in der eigenen Heimath und in den Räumen ſogar, welche die Spiele unſerer Jugend geſehen, die fremde Welt be⸗ treten, und die Stellen, welche uns bisher ſo lieb und theuer geweſen, in Angſt und Grauſen fliehen, weil die ſchönen Zeiten vergangen— die Gegenwart aber ſo traurig geworden iſt.
Ein ähnliches Gefühl war es, das Fritz Wildau's Herz beſchlich, als er ſich an dieſem Morgen ſeinen Wan⸗ derſtab aus einem jungen Hickorybuſch ſchnitt und noch einmal das Antlitz wandte, den Ort zu überſehen, der bis jetzt ſeine Heimath geweſen. Er hatte nicht viel Freude dort gefunden; keine liebende Mutter hatte ihn gehegt und gepflegt, keine ſorgende Vaterhand ihm die Bahn gezeigt, die er durch das weite Leben würde zu wandern haben— nicht Bruder noch Schweſter ließ er zurück in den öden Rämen, nur einen alten Mann, der oft barſch, unfreundlich und ungerecht mit ihm geweſen. Aber der alte Mann lag jetzt da drinnen ſtarr und todt auf ſeinem harten Lager, das Haus, das ihm bis dahin Schutz ver⸗ liehen, war verkauft, denn kaum wurde die Todesnach⸗ richt in der Umgegend bekannt, als ſich der Käufer mit unterzeichnetem und quittirten Kaufbrief meldete. Fritz begriff nun wohl, weshalb der alte Mann ſein Geld i


