Druckschrift 
Fritz Wildau's Abenteuer zu Wasser und zu Lande / von Friedrich Gerstäcker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17 5

nur, daß es nicht ſo entſetziich ſtill um ihn herum ſein ſollte wie er ſein kleines Haus hätte verkaufen wollen, denn es koſte ihn zu viel Geld eine eigene Wirthſchaft zu unterhalten, um irgendwo zur Miethe in ein Stübchen zu ziehen. Er habe deßhalb ſein bischen mühſam erſpartes Vermögen einen Sack voll Kupfer draußen im

Walde vergraben, denn die Menſchen ſeien bös, und man

könne ihnen nirgends mehr trauen auf der Welt.

Fritz ſprach kein Wort, aber das Herz that ihm weh in der Bruſt, als er den alten Mann ſo reden hörte, und er ſchritt nur ſchneller vorwärts, recht hald an den Ort ihrer Beſtimmung zu kommen. Der alte Rothhayn ſchien ſich durch den Weg und das Reden auch wieder in etwas beruhigt zu haben, oder war er hier draußen ängſtlicher geworden, denn er ſprach nicht mehr ſo viel, blieb oft ſtehen und horchte in die ſtille Nacht hinaus. Aber nich ließ ſich da hören, als der wehmüthig klager

des whip poor will, einer kleinen Art Nachtſchwal e, oder

das ſchauerlich klingende Geſchrei der Gule, die, auſge.

ſcheucht durch die ungewohnten Nachtwandler, von dem Zweig, auf dem ſie geſeſſen, ein Stück weiter in den Wald hineinflatterte ihr Concert da fortzuſetzen.

Fritz wußte übrigens hier in dem Buſch genau Be⸗ ſcheid es gab kaum einen hohlen oder umgefallenen Baum darin den er nicht kannte; viele davon hatte er ſelber gefällt, und ſo ſchritt er in dieſer anſcheinenden Wild⸗ niß, durch die ſich der alte Rothhayn ſelber nicht zurecht

gefunden haben würde, ruhig und ſchnell vorwärts, Gerſtäcker, Fritz Wildau. 2 6