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Fritz Wildau's Abenteuer zu Wasser und zu Lande / von Friedrich Gerstäcker
Entstehung
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immer barſch und unfreundlich mit ihm und wollte ihm keine Freiheit laſſen und keine Freude faſt gönnen auf der weiten Welt.

Die Nachbarn hätten den fleißigen Knaben nun aller⸗ dings gerne zu ſich genommen, und ihm auch einen recht guten Lohn gezahlt für das was er that; wenn der Alte aber ſo etwas merkte, wurde er auf einmal viel freund⸗ licher mit ihm, ſagte ihm auch wohl daß er ihn nicht verlaſſen dürfe, da er ja die einzige Stütze ſeines Alters wäre, und verſprach ihm daß er, wenn er, der Greis, einmal ſtürbe, auch Alles haben ſolle was er hinterließe die kleine Hütte und das Stückchen Feld.

Fritz ſo hieß der Knabe war viel zu gut⸗ müthig, dem alten grämlichen⸗Manne irgend etwas nach⸗ zutragen, und ein herzliches Wort vertrieb gewöhnlich all die böſen und häßlichen Erinnerungen aus ſeiner Seele, die frühere Scenen mit dem Pflegevater darin zurückge⸗ laſſen.

Ein Paar hundert Schritte von dem Hauſe des alten Rothhayn entfernt, und nur durch ein kleines, ziemlich dicht mit Unterholz durchwachſenes Wäldchen davon getrennt, lag eine andere kleine Farm, die ebenfalls einem Deut⸗ ſchen, Namens Wolfram, gehörte.

Deer alte Wolfram bildete gewiſſermaßen ein Seiten⸗ ſtück zu ſeinem Nachbar Rothhayn, wenn er auch keines⸗ wegs ſo geizig und hatten die Nachbarn recht ſo f reich war wie dieſer, aber er war mürriſch und abgeſchloſ⸗

ſen und verkehrte faſt mit Niemandem, obgleich das doch ſonſt in der Anſiedlung eine recht freundliche und einge⸗