Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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„Was? bei Euch?“ rief Blackfoot ſchnell—„ſollte das nur um zu ſteblen geſchehen ſein?“

„Nur um zu ſtehlen, Mr. Blackfoot? ich däͤchte, da wäre für eine arme allein ſtehende Wittwe gar kein nur weiter dabei. Nur um zu ſtehlen, jetzt bitte ich Einen um Gotteswillen, was verlangt Ihr denn ſonſt noch von einem Diebe oder Einbrecher, Sir?— Aber mein lieber ſeliger Mann hat mir das ſchon immer geſagt— Louiſe, ſagte er, Du haſt zu viel Vertrauen— Du biſt zu gut— Du wirſt noch theure Erfahrungen in Deinem Leben machen, Du wirſt noch viel betrogen, noch viel gekränkt werden— ſagte er, das liebe Herz, was jetzt in ſeinem kalten Grabe liegt. Aber ich kenne das nichtsnutzige Weibsbild, das ſich alle mögliche Mühe giebt, in fremder Leute Häuſer hinein zu kommen.— Ich kenne die Land⸗ ſtreicherin, von der Niemand weiß, wo ſie herkommt, und wo ſie hingehört.— Wenn ſie mir nur einmal unter die Augen kommt, wenn ſie nur wieder einmal die Frechheit hat, mit ihrer unſchuldi⸗ gen Schafsmiene zu ſagen,„guten Morgen, Mrs. Breidelford“— dann will ich ihr doch—“

„Und wer iſt es?— wer glaubt Ihr denn, daß irgend eine Abſicht dabei gehabt haben könnte, Euer Haus zu durchforſchen?“ frug Blackfoot.

„Laßt's nur gut ſein“— zürnte die immer noch gereizte Dame, ohne dem Fragenden einer weitern Antwort zu würdigen—„ich weiß ſchon ſelbſt, wo mich der Schuh drückt. Aber ſo viel iſt ge⸗ wiß, was ich in meiner Kiſte habe, danach braucht Niemand zu fragen.— Ich bin eine ehrliche Frau und bezahle Alles, was ich kaufe, mit baarem Gelde; woher es die haben, von denen ich kaufe, das kann ich, als Lady, nicht wiſſen, das geht mich auch nichts an.— Louiſe— ſagte mein Seliger immer— bekümmere Dich um Deine eigenen Angelegenbeiten, und nicht um die anderer Leute. Einer Frau ziemt es haͤuslich und zurückgezogen zu ſein; das iſt es, was uns das zarte Geſchlecht ſo lieb macht, ſagte mein Seliger, und