Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

137

wenn Du die eine Schwäche nicht hätteſt, und die hab' ich, das weiß ich, und halte es deshalb auch, weil ich es weiß, für keinen ſo großen Fehler, ſo wollte ich Dich mancher Frau als Muſter aufſtellen. Und ich denke, wenn das der eigene Ehemann zu einer Frau, und das noch dazu, wenn ſie mit einander allein ſind, ſagt, ſo muß es wol wahr ſein und iſt nicht blos geſchmeichelt.“

Blackfoot hatte indeſſen, ohne den Redeſchwall der Wittwe weiter einer Bemerkung werth zu halten, ruhig das ihm übergebene Geld gezählt und in ſeine weite Brieftaſche gepackt, während Bill aufgeſtanden und an’s Fenſter getreten war, von dem er einen Theil des Fluſſes überſehen konnte.

„Hol's der Henker, Blackfoot,“ rief er jetzt,„wir müſſen au's Werk gehn, ſonſt vertrödeln wir hier die ſchöne Zeit mit gar Nichts.

Wenn wir die Sache heut Abend noch abmachen wollen, ſo iſt

weiter kein Augenblick zu verlieren. Es wäre aber auch vielleicht kein großes Unglück weiter, wenn es morgen früh geſchehen müßte. Zwiſchen der Inſel und dem linken Ufer ſtört uns Niemand, noch⸗ dazu, wenn Ihr ſelbſt mit an Bord geht. Dann haben wir keine

lange Arbeit und können die Sache raſch und geräuſchlos genug

abmachen. Ueberhaupt will mir das Schießen bei Nacht nicht ſon⸗ derlich gefallen. Am Tage kümmert ſich Niemand darum, Nachts⸗ frägt aber ein Jeder, der es hört— was war das? wo kam das her? Alſo, wie wär's, wenn wir jetzt einmal zu dem alten Hooſier hinuntergingen und ihm auf den Zahn fühlten? Es ſollte mich ſchändlich ärgern, wenn er hier einen Käufer fände und uns die ganze ſchöne Beute ſo förmlich vor der Naſe weggeſchnappt würde.“

„Ich bin dabei,“ ſagte Blackfoot, und ſtand auf—„bei un⸗

ſerem Plane bleibt's alſo, und Mrs. Breidelford— was unſere

Verabredung betrifft, ſo führt der Boot, von dem ich vorher ſagte, ein roth und grünes Fähnchen hinten auf dem Steuerruder— das⸗ Uebrige wiſſen Sie. Guten Morgen.“

Die würdige Dame ſchien allerdings keineswegs damit zufrie⸗