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„Hat der Menſch eine Eile,“ ſagte die Dame und fing an nach Etwas zu ſuchen, das unter einer Unzahl geheimer Falten und Röcke entweder auf nimmer Wiederfinden verſteckt oder verloren war. Mrs. Breidelford's Hirn mußte ſelbſt eine ſolche Vermuthung kreuzen, denn ſie fing ſich ganz ploͤtzlich an ſchnell und angſtlich überall zu betaſten und ein erſchrecktes—„Na, weiter fehlte mir nichts“ theilte ihre Lippen. Der fragliche Gegenſtand, was es auch immer war, gab ſich aber endlich ihrem Griffe kund— ihre Züge heiterten ſich wieder auf, ein tiefer Seufzer— die dem Herzen entnommene Laſt— hob ihre Bruſt, und ſie brachte, nachdem ſie untergetaucht und einen der zahlreichen Röcke beſeitigt hatte, eine alte, braunlederne Taſche mit Stahlbeſchlägen zum Vorſchein. Dieſe öffnete ſie mit einem kleinen daranhängenden Schlüſſel, und nahm eine Anzahl von Banknoten wie ſorgfältig in Papier gewickelte Geldſtücke heraus.
„So— hier Ihr Vampyr— der Ihr einer armen allein ſtehenden Wittwe das Letzte abnehmt, was ſie an baarem Gelde beſitzt“— ſagte ſie dabei—„hier, Ihr unerſättlicher Eincaſſirer, der ſo regelmäßig jeden Monat kommt, wie Vollmond und Neumond, und noch brummt, daß er nicht genug hätte—“
„Ja ja,“ lachte Blackfoot—„Euch wär's ſchon recht, wir lieferten Euch blos die Waaren, und bekümmerten uns weiter nicht darum, was Ihr dafür bekämet. Das glaub' ich; Ihr ſolltet Euch aber wahrhaftig nicht beklagen, denn wenn irgend Jemand Nutzen daran hat, ſo ſeid Ihr es, und ſitzt noch dazu warm und ſicher in Helena, während wir draußen in Nacht und Gefahr unſer Leben verbringen—“
„Warm und ſicher?“ rief Mrs. Breidelford ſcharf—„Ihr ſchwatzt, wie Ihr' verſteht.— Sicher; als ob nicht geſtern Abend ſo ein ſchlechtes Geſchöpf verſucht hätte, hier, während ich nur in die Nachbarſchaft gegangen war, ein paar Freunde zu beſuchen, die mmich eingeladen hatten, bei mir mit Nachſchlüſſeln einzubrechen.“


