12²
„Hoffen? was?“ brummte der Alte—„Unſinn, alberner— Ihr habt weiter Nichts als ſolche Poſſen im Kopfe. Und dennoch,“ ſchmunzelte er nach kleiner Pauſe,„gilt mein Auftrag diesmal einer Lady.“
„Hab' ich's denn nicht gedacht?“ jubelte Sander und bog ſich lachend auf den Hals ſeines Pferdes nieder—„hab' ich's denn nicht gedacht— Blackfoot auf Damenbeſuch.— Blackfoot als an⸗ genehmer galant homme in der Stadt— das iſt göttlich— hahaha— das iſt capital!“
„Nun ich ſehe nicht ein, was dabei groß zu grinſen ſein könnte, wenn es wirklich der Fall wäre,“ brummte Blackfoot.„Uebrigens,“ fuhr er ſelber lachend fort—„werdet Ihr Euere Saiten wol ein wenig tiefer ſpannen, wenn Ihr erſt einmal erfahrt, wer die Dame eigentlich iſt, der ich, nach Euerer beſcheidenen Anſicht, den Hof machen ſoll.— Sie heißt Louiſe Breidelford.“—
„Gott ſei uns gnädig,“ ſchrie Sander entſetzt—„der Drache exiſtirt auch noch in Helena?— na dann gnade mir Gott, wenn mich die einmal gewahr wird. Eigentlich iſt mir's fatal— ſie hat mir einmal in Vicksburg einen Streich ausführen helfen, den ich in Helena gerade nicht während meines dortigen Aufenthalts an die große Glocke geſchlagen haben möchte.— Ich war damals noch da⸗ zu unter einem falſchen Namen in Vicksburg.“—
„Habt deshalb keine Angſt,“ ſagte Blackfoot—„die ſchweigt, denn wenn Jemand Urſache hätte von der Vergangenheit zu ſchwei⸗ gen, ſo wäre es gerade ſie.— Sollte ſie Euch aber dennoch je⸗ mals drohen— wer weiß denn, ob ſie nicht dadurch gerade Etwas von Euch zu erpreſſen hofft— ſo fragt ſie nur ganz freundlich, ob ſie noch einen kleinen Vorrath von den langen Nägeln hätte, die ihr Mr. Dawling vor einigen Jahren verſchafft.— Hört Ihr— vergeßt den Namen Dawling nicht.“
Sander nahm ſeine Brieftafel heraus und ſchrieb ſich das Wort auf.—


