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der ſie bis über das Knie hinauf beſchützte und auch zugleich den Fuß vollkommen umhüllte. Den Kopf deckte ein feiner ſchwarzer Filz und darunter vor quollen volle und üppige, ſeidenweiche blonde Locken. Mit den treublauen Augen hätte man ihn auch wirklich faſt für ein ſchönes verkleidetes Mädchen halten können, wäre nicht der keimende Flaum der Oberlippe geweſen. Nie aber ſchlug noch in einer menſchlichen Bruſt ein Herz, das eines Teufels würdiger ge⸗ weſen, wie in dieſer— nie im Leben trog Auge und Blick mehr, als bei dieſem Buben, der ſich, einer Schlange gleich, von ſeinem glatten Aeußern begünſtigt, nicht in die Häuſer, nein in die Herzen Derer ſtahl, die er vernichten wollte, und über deren Elend er dann frohlockte.
Auf der Inſel hatte er ſich als Eduard Sander eingeführt und der Bande durch ſeine Verſtellungskunſt und teufliſche Bosheit ſchon unendlichen Nutzen gebracht. Ueber ſein früheres Leben wußte aber Niemand etwas Genaueres, und da der größte Theil der Geſellſchaft, der er nun angehörte, ebenſo wenig Urſache hatte, mit vergangenen Vorfällen zu prahlen, frug ihn Niemand danach. Er gab ſich nur kurz für den Sohn eines Georgiſchen Pflanzers aus und ſtellte damit ſeine Umgebung vollkommen zufrieden.
Sein ſtets verſchloſſenes Weſen ließ ihn aber auch unter den Kameraden, wenn er ja einmal für kurze Zeit auf der Inſel ver⸗ weilte, ziemlich allein ſtehn. Er ſchloß ſich an Keinen an, und ſtand nur mit dem Capitain und deſſen Frau in freundſchaftlicher Verbindung, was ſich freilich auch ſchon leicht durch den Grad der Bildung erklären ließ, den er ſelbſt genoß, und auf dem die Ge⸗ fährten ſeiner Verbrechen ſtanden.
Der Einzige von allen dieſen, mit dem er zu Zeiten plauderte und zu dem er ſich hielt, war Blackfoot, ſein jetziger Begleiter, der das Rauben gewiſſermaßen als Geſchäft betrachtete und oft be⸗ hauptete, es ſei bei ihm ſo zur Leidenſchaft geworden, wie beim Jäger das Bärenhetzen. Seinem Führer und Capitain dabei er⸗


