Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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Noch beſſeren Schutz genoß Nr. Einundſechzig von der Weſt⸗ oder der rechten Seite des Fluſſes. Hier umgab ſie zuerſt eine ziemlich hohe Sandbank, die in etwa zweihundert Schritten vom Hauptufer der Inſel wiederum in einen ſchmalen, mit Weiden und Baumwollenholzſprößlingen dicht bewachſenen Landſtreifen auslief. Dieſer zog ſich faſt parallel und in gleicher Länge mit der Inſel nieder, wurde aber auch ſeinerſeits wieder am rechten Ufer durch eine, jedoch nur wenige Klaftern breite Sandfläche geſchützt.

Demnach konnte man ſich dieſer Inſel nur von der linken oder Oſtſeite— wo ihr nächſtes Ufer der Staat Miſſiſſippi war, nähern, und hier hielten die getroffenen Vorkehrungen ſicherlich Jeden vom Landen ab, der dazu früher Luſt gehabt haben mochte. Die eigent⸗ liche Strömung und das Fahrwaſſer des Miſſiſſippi lag denn auch ganz auf der rechten Seite der Inſel, und die Entfernung zwiſchen jenem ſchmalen Zwiſchenſtreifen und Arkanſas betrug eine engliſche Meile, der Raum zwiſchen Einundſechzig und dem Staat Miſſiſſippi aber kaum die Hälfte dieſer Entfernung.

An den beiden, der Inſel gegenüber liegenden Ufern ſtanden nun allerdings ein paar niedere Blockhäuſer, wie ſie die Holzſchlä⸗ ger am Miſſiſſippi gewöhnlich aufrichten, die geſchlagenen Klaftern an die vorbeifahrenden Dampfſchiffe zu verkaufen. Sie waren aber nur ſelten bewohnt und auch wirklich faſt unbewohnbar geworden. Das in Arkanſas ſtehende hatte nicht einmal mehr ein Dach, und drohte dem nächſten Sturmwind nachzugeben, der es unfehlbar in den Strom hinabſtürzen mußte.

Etwas beſſer erhalten zeigte ſich die Wohnung auf der Miſſiſ⸗ ſippi⸗Seite, jedoch glich ſie ebenfalls viel eher einem Stall, als einem menſchlichen Aufenthalt. Zahlreiche Pferdeſpuren gaben auch Zeugniß, daß ſie hierzu oft genug benutzt geweſen, und mehrere, nicht gerade ſchwach begangene Pfade führten öſtlich auf einen Sumpf zu, in deſſen ſchwammigen, faſt zehn Monate im Jahre unter Waſſer ſtehenden Boden ſie ſich verloren.

Gerſtäcker, Flußpiraten. I. 6