—
66
„In Mrs. Smart s Händen?“
„Zu dienen, und wird jetzt etwa in derſelben Art, wie die ſchlecht geſchleuderten Wurflanzen der Indianer, von der nämlichen Perſon, den oder die es hätte treffen ſollen, als Waffe gegen den Abſender gebraucht.“
„Das iſt ein Räthſel,“ ſagte Mrs. Dayton.
„Aber leicht zu löſen,“ fuhr der Yankee fort.„Ich machte nämlich in einer mehr als gewöhnlich ſchwärmeriſchen Stunde— nicht wahr, Mr. Lively, Sie haben deren auch manchmal?— ein Gedicht auf die damalige Miß Roſalie Heendor. Darin pries ich⸗ denn, wie das in ſolchen Gedichten gewöhnlich geſchieht, nicht allein ihre unvergleichliche Schönheit und Liebenswürdigkeit, wobei ich die einzelnen Reize unter den Rubriken: Alabaſter, Perlen, Elfenbein, Sterne, Sammet, Roſen, Veilchen zc. beſonders aufführte, ſondern ich bekannte auch mit einer wirklich Alles hintanſetzenden Beſchei⸗ denheit und— Unvorſichtigkeit— meinen eigenen Unwerth, ein ſolches Ideal zu beſitzen; hielt aber am Schluß nichts deſto weniger ſehr ernſtlich um deſſen Hand an. So weit ging die Sache gut; Miß Roſalie war nicht von Stahl und Jonathan Smart auch damals noch ein ganz reputirlicher junger Burſche, der ſeine ſechs Fuß zwei Zoll in ſeinen Strümpfen ſtand. Mehrere Jahre hatten wir
auch ſo, ruhig und vergnügt, mit einander verlebt, und mir war
das Gedicht und deſſen Inhalt natürlich ganz und gar entfallen. Da geſchah—“
„Ein Brief an Squire Dayton,“ ſagte Nancy, die in dieſem Augenblick die Thür öffnete und ein leicht zuſammengefaltetes Pa⸗ pier hereinreichte.
„Wer hat es gebracht?“ frug der Sauire.
„Der Mailrider,“ erwiderte die Mulattin,„er ſagte, es hätte Eile!“
Squire Dayton öffnete das Schreiben und drehte ſich damit nach dem Licht herum, um es beſſer leſen zu können; Jonathan


