Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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Mrs. Dayton den allem Anſchein nach undämmbaren Zungen⸗

ſchwall—„bitte, langen Sie zu“— Adele aber, die augenblickliche g 5 g

Pauſe benutzend, warf ſich wieder an's Clavier und ein ſo rauſchen⸗ der Tanz dröhnte, von den ſtarken Saiten widerfibrirend, durch das Gemach, daß jede Fortſetzung von Mrs. Breidelford's begonnener Selbſtbiographie dadurch ſchon im Keime erſtickt wurde.

„Iſt der Mailrider noch nicht hier geweſen?“ frug Mr. Dayton endlich, als die Ruhe wieder ein wenig hergeſtellt war.—

„Der Mailrider? nein, aber Mr. Lively hier ſcheint ſeinen Auftrag gern ausrichten zu wollen,“ ſagte Adele, und blinzte ſchel⸗ miſch zu dem, ſich allem Anſchein nach höchſt unbehaglich befinden⸗ den jungen Mann hinüber.

James Lively ſaß auch wirklich da, als ob er nicht dreie zäh⸗ len könnte. Alle Gliedmaßen waren ihm im Wege oder auf irgend einer falſchen Stelle.— Bald hatte er das rechte lange Bein hoch oben, auf dem linken, daß es weit, bis mitten in die Stube hineinragte, bald zog er die Füße feſt unter dem Stuhle zuſammen, faltete die Häͤnde und hetzte ſeine Daumen um ihre eigene Axe.— Dann griff er mit dem rechten Arm hinunter nach dem. hinterſten rechten Stuhlbein und verſuchte mit allem möglichen Eifer die Politur berunter zu kratzen, dann holte er mit der linken das mächtige ſei⸗ dene Tuch aus der Taſche, um es gleich darauf wieder ſorgfältig zuruckzuſchieben. Kurz, James befand ſich ſo wohl, wie ein Hecht auf dem Sande oder ein Haſe auf dem Eiſe, und wenn er auch manchmal den Blick ſcheu zu dem ſchönen, muntern Mädchen em⸗ porwarf, ſo durfte er doch nur dem Schelmenauge begegnen, als ſich auch ſein Antlitz in prachtvoller geſottener Hummerfarbe wie⸗ der niederbog. Dann, wie in einem wilden Fluchtverſuch, griff er tief, tief unter den Stuhl, wo früher ſein Filz geſtanden, den aber ſpäter, auf einen Wink Mrs. Dayton's, die junge Mulattin wegge⸗ nommen und hinten auf das Clavier geſtellt hatte, und ſaß nun

Gerſtaäcker, Flußpiraten. 1. 4