Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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„Wirklich,“ lächelte der Squire, während er die im Zimmer

Befindlichen freundlich grüßte und dann ſeinem ihm entgegenkom⸗

menden Weibe einen leichten Kuß auf die Stirn drückte,„hat mich meine kleine wilde Schwägerin heute einmal vermißt?“ „Heute einmal,“ lachte das fröhliche Mädchen, und warf ſich

mit ſchneller Kopfbewegung die langen dunkleu Locken aus der

Stirn—„heute nur einmal? ei, mein liebenswürdiger und ge⸗ ſtrenger Friedensrichter muß ſeiner unterthänigſten Dienerin einen ſehr ſchlechten Geſchmack zutraueu, wenn er glauben könnte, ſie

fühlte ſich ohne ihn nur einen Augenblick wohl und glücklich.

Heute hat die Sache aber noch eine beſondere Bewandtniß.— Hier wartet nun Mr. Lively ſchon eine volle Stunde auf Sie und trägt ſicherlich ein ſchweres, fürchterliches Geheimniß auf dem Her⸗ zen, denn keine Sylbe iſt ihm in dieſer ganzen geſegneten Stunde über die Lippen gekommen— auch Mrs. Breidelfort—“

„Bitte um Verzeihung, mein liebwertheſtes Fräulein,“ ſagte die alſo Bezeichnete, die bis dahin auf Kohlen geſeſſen zu haben ſchien, das Wort zu nehmen,„fkeineswegs, denn ich glaube doch wirklich nicht, daß Sie ſich bei mir über Zungenfaulheit beklagen können; eher vielleicht das Gegentheil.— Ich kenne meine Schwäche, mein Fräulein, und wie der ehrwürdige Mr. Sothorpe ſo ſchön ſagt, iſt das ſchon ein Schritt zur Beſſerung, wenn man ſeine eigenen Schwächen wirklich kennt. Mein ſeliger Mann frei⸗ lich— ein Engel von Geduld und Sanftmuth— behauptete im⸗ mer das Gegentheil. Glauben Sie wohl, Squire Dayton, daß das gute Herz mir einreden wollte, ich ſpräche wirklich nicht zu viel?—

Breidelford— ſagte ich aber— Breidelford, verſündige Dich nicht— 3

ich weiß, wie ich bin— ja, Breidelford, ich kenne meine Schwäche, und wenn ich Dir auch nicht zu viel rede, ſo fühle ich doch ſelbſt recht gut, wie das ein Fehler von mir iſt, den ich mir aber, da ich

ihn einmal kenne, auch alle Mühe geben werde zu verbeſſern.“

„Eine Taſſe Thee, beſte Mrs. Breidelford,“ unterbrach hier