Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
Entstehung
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„Großer Gott,“ ſagte der Farmer und ſchüttelte ſich bei dem Gedanken—„da wäre es ja ein Werk der Barmherzigkeit geweſen, dem armen Teufel eins auf den Kopf zu geben.— Was war denn mit ihm geſchehn?“

„Dem Dampfboot„„General Brown““ waren die Keſſel ge⸗ platzt,“ ſagte der Advokat,„es find, glaub' ich, fünfzehn Perſonen dabei um's Leben gekommen.“

„Ja, aber nichts Erhebliches weiter von Verwundungen,“ meinte der kleine Doktor—„zwei Negern die Köpfe ab— der eine hing noch an ein paar Sehnen und einem Stück Haut— einer Frau die Bruſt zerquetſcht—“

„Weshalb müſſen wir denn das aber eigentlich ſo genau wiſ⸗ ſen?“— rief der Farmer und wandte ſich in Ekel und Unwillen von ihm ab—„Sie verderben Einem ja bei Gott das Abendbrod, Doktor.“

„Bitte um Verzeihung,“ ſagte der kleine Mann,„für die Wiſ⸗ ſenſchaft ſind ſolche Fälle ungemein wichtig, und mir wäre in der Hinſicht auch wirklich kein beſſerer Platz in der ganzen Welt be⸗ kannt, um Beobachtungen an Verwundeten und Leichen zu machen, als gerade das Ufer des Miſſiſſippi. Ehe jener interefſante Fall am Fourche la fave vorfiel, wohnte ich etwa drei Wochen in Vic⸗ toria, der Mündung des Whiteriver und Montgomerys Point ge⸗ rade gegenüber, und alle Wochen, ja oft einen Tag um den anderen, kamen Leichen dort angetrieben. Einmal war ein Leichnam mit dabei, dem hatten ſie, gerade über dem rechten Hüftknochen—“

„Ei ſo hol' Euch doch der Teufel!“ rief der Blaue ärgerlich dazwiſchen—„Harpunen und Seelöwen— ich kann auch meinen Punff vertragen, und manchen Tropfen Blut hab' ich mein Leben⸗ lang fließen ſehn, wenn man aber das Leiden und Elend ſo haar⸗ klein beſchreiben und immer und immer wiederkäuen hört, dann bekommt man's am Ende doch auch ſatt, und ekelt und ſcheut ſich Davor.“