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Thiere nieder, umſchlang ſeinen Hals, und machte durch einen hei⸗ ßen, lindernden Thränenſtrom ſeinem gepreßten Herzen Luft. Wolf aber leckte ihm liebkoſend Stirn und Wange, und Verfücht⸗ mehrere Male die Pfote auf ſeine Schulter ⸗zu legen.
„Unfinn!“ ſagte Tom, dem bei dem ſonderbaren Betragen des Hundes ordentlich unheimlich zu Muthe wurde,„das Thier wittert menſchliche Ueberreſte, und da geht's ihm gerade wie mit Menſchen⸗ blut. Laßt das die Hunde plötzlich ſpüren, ſo heulen ſie ebenfalls, als ob ihnen das Herz brechen wollte.“
„Laßt mir den Glauben, Tom!“ bat der Alte, ſich endlich wehmüthig wieder emporrichtend,„es thut mir wohl, ſelbſt in dem Thiere das Gedächtniß für einen Freund bewahrt zu ſehen und— wir haben ja des Schmerzlichen genug, warum den ſchwachen Troſt noch muthwillig mit eigener Hand zerſtören?“
Ein Schuß aus der Richtung her, in welcher der Fluß liegen mußte, unterbrach hier ſeine Rede.
„Verdammt!“ rief Tom,„ob die Burſchen nicht ſchon mit dem Boote da find— die Seehunde müſſen Nachts gefahren ſein, es iſt ja kaum Tag.“
„Thut mir den Gefallen und ruft ſie her!“ bat Edgeworth.
„Mir wär's lieber, wenn Ihr mitginget, ſagte der junge Mann zögernd,„Ihr quält Euch hier und—
„Ich bin gefaßt, wenn Ihr kommt, Tom— Thut mir die Liebe und ruft fie.“
Im nächſten Augenblicke hatte der junge Mann ſeine Büchſe geſchultert und ſchritt dem Flußufer zu, Edgeworth aber kniete an dem Fuße der Eiche, die Jahre lang ihre Arme ſchützend über die Ueberreſte ſeines Kindes ausgebreitet hatte, nieder, und lag ernſt und ſtill im brünſtigen Gebet, bis er die Schritte der vom Boote Kommenden hörte. Dann ſprang er auf und ſchritt ihnen feſt und ruhig entgegen.
Tom hatte die Männer ſchon unten am Fluſſe mit dem Vor⸗
Gerſtäcker, Flußpiraten I. 2


