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dann aber, ſich gewaltſam ſammelnd, ſtand er ruhig auf, nahm die Leiche wieder in ſeine Arme, und trug ſie, ſo ſorgfältig als er das verwundete Kind gehalten hatte, dem jetzt nur noch wenige hundert Schritte ent⸗ fernten Hauſe zu. Dort angekommen, legte er die Lei⸗ che auf das Bett, rückte einen Seſſel daneben und des Kindes Hand in die ſeinige nehmend, legte er ſeinen Finger auf deſſen Pulsader, um den leiſeſten Schlag derſelben zu vernehmen, das unbedeutendſte Zucken ſeiner Augenlider zu bemerken. Es war die letzte Hoffnung des Vaters, dem ſtarren unerbittlichen Tode gegenüber.
Ruhig und geduldig, ja vielleicht ohne ſie zu bemerken, hielt der Greis die Stiche von ganzen Schaaren Mosquito's aus, die ihn umſchwärmten, beobachtete ſogar mit fieberhafter Spannung die ein⸗ zelnen der kleinen Blutſauger, wenn ſie ſich auf das Geſicht der Leiche niederließen, zu entdecken, ob noch nicht aller Lebensſaft aus den Adern des ein⸗ zigen Kindes gewichen ſei. Die Mosquito's aber ſenk⸗ ten ihren Stachel in die Haut und tauchten umſonſt mit der langen Spitze deſſelben nach der warmen Nahrung, zogen ihn wieder heraus, verſuchten an einer anderen Stelle und verließen dann, ſummend und unmuthig, den blutloſen Leichnam.
So kam die Nacht; der alte Mann ſtand auf und zündete ein Licht, von Hirſchtalg und Bie⸗


