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Sanft nahm er den Verwundeten wieder auf und trug ihn mit unendlicher Mühe durch die Un⸗ zahl hochaufwachſender Cypreſſenwurzeln, die den Weg überall unterbrachen. Aengſtlich vermied er da⸗ bei auch die kleinſte Erſchütterung, während keiner von ihnen weiter ein Wort ſprach, bis der Vater endlich das, ihm peinlich werdende Schweigen brach und, ſich zum Sohne niederbeugend, lispelte:
„Nur noch eine Viertelſtunde, mein William, nur noch eine Viertelſtunde, dann lege ich Dich ſanft auf Dein Bett und rufe Nachbar Spellens Anna. Die ſoll Dich pflegen und dann wird Dir bald wieder beſſer werden. Zu Hauſe nehmen wir auch die blu⸗ tigen Kleider ab und— aber William,“ unterbrach er ſich ängſtlich, indem er ſtill ſtand.
Der Sohn ſchlug noch einmal die Augen zu ihm auf, öffnete den Mund, als wenn er reden wollte, ſtreckte ſich und athmete tief auf, während ein tiefer Schmerz ihm durch das Antlitz zuckte.
„William!“ rief der Greis entſetzt,„William! ſo antworte doch— thue ich Dir weh?—“
Der Sohn antwortete nicht mehr— er war todt.
Der Vater legte den Körper in's Gras, rieb ihm die Schläfe, nahm ſeinen Kopf auf den Schooß, er⸗ faßte ſeine Hände; es war nutzlos, ſein Kind war todt.
Da übermannte ihn einen Augenblick ſein Ge⸗ fühl; er warf ſich auf den Leichnam und ſchluchzte laut;


