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Amerikanische Wald- und Strombilder / von Friedrich Gerstäcker
Entstehung
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rem Haus, Du weißt, der Bär wandte ſich ganz wieder dem Fluſſe zu und es kann kaum 200 Schritt bis zur Bayou ſein. Ich will Dich aufnehmen und tragen; ich thue es gewiß vorſichtig!

Ach, ich bin zu ſchwer für Dich, Vater! ſeufzte der junge Mann.

Nein, nein, William, ich habe Dich zu tauſend⸗ mal getragen. Damals warſt Du freilich noch klei⸗ ner und ich war ſtärker, Du biſt aber jetzt krank und ich will Dich ſchon vorſichtig fortbringen.

Ohne eine weitere Antwort abzuwarten, beugte er ſich nieder, hob leiſe und ſanft den Verwundeten auf, nahm ihn in ſeine Arme und wanderte mit ſtarken Schritten heimwärts, fortwährend in das bleiche Antlitz ſeines Sohnes ſchauend, das bei jedem Fehltritt, bei der geringſten Erſchütterung ſchmerzhaft zuſammenzuckte und deſſen Farbe mit jedem Augen⸗ blicke fahler und bleicher wurde. Zwei Meilen mochte

der alte Lobſton den Sohn wie ein krankes Kind alſo getragen haben, als dieſer flehend bat ihn nieder

legen und ruhen zu laſſen, er könne es nicht mehr

aushalten. Der Vater willfahrte der Bitte und legte

ihn in's Gras, und brachte ihm in ſeinem Blech⸗ becher, den er am Gürtel trug, zu trinken; dann aber trieb er auch um ſo mehr, das ſchützende Ob⸗ dach des Hauſes zu erreichen, aus der Nachbarſchaft dort weibliche Pflege herbeizuholen.