bis Wagner ſelber aufſtand, zum Tiſch trat und die Flaſche ergriff:
„Sie trinken doch ein Glas?“ ſagte er dabei, —„es wird Ihnen gut thun.
„Ich glaube es auch, Herr Wagner,“ erwiederte Nitſchke und ergriff das für ihn gefüllte Glas. Noch ſtand ein anderes auf dem Tiſch und er warf einen ſchüchternen Blick darauf, wagte aber nicht etwas weiter anzudeuten. Wagner hatte in⸗ deſſen den Blick bemerkt und das zweite Glas für ſich füllend ſagte er lächelnd:
„Auf gute Beſſerung, Herr Nitſchke!“
„Auf gute Beſſerung!“ widerholte aber mit feierlichem und ſelbſt wehmüthigem Ernſt der frü⸗ here Trunkenbold,— und leerte ſein Glas auf einen Zug. Wagner wollte ihm noch einmal ein⸗ ſchenken, aber er zog es zurück und ſagte:
„Ich danke Ihnen Herr Wagner,— ich habe ſpirituöſe Getränke nicht ganz abgeſchworen, weil ich weiß, daß es mir doch Nichts hilft. Mein
Körper iſt ſo zerrüttet, daß er dann und wann 4
einer unnatürlichen Stärkung bedarf, und wenn ich es, wie mich mehrfache Verſuche gelehrt haben, ganz laſſen will, ſo geht das wohl eine Weile, aber ich komme immer mehr herunter dabei. Die Sehnſucht nach ſolch einem Genuß wird zugleich


