Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

330

ausgeſtreckt, in ſein Familienleben einzugreifen, und wie er jetzt gleich entſchieden auftreten müſſe, ihn von allen derartigen Verſuchen zurückzuſchrecken. Sadie dagegen ſah in dem freundlichem Wort, ihr Herz ja ſelber kein anderes Gefühl bergend, nur Liebe und Verſöhnung, und mit Freude ſtrahlenden Blicken die Hand des Geiſtlichen ergreifend, drückte ſie dieſe in frommer dankbarer Inbrunſt an ihre Lippen, René aber, ihren Arm erfaſſend, zog ſie zurück und ſagte finſter:

Laß das Sadie; der Herr da meint's vielleicht recht gut, und ich will gern Vergangenes auch ver⸗ geſſen, doch damit, hochwürdiger Herr hab' ich auch Alles gethan was ich vermag, und muß Sie ernſtlich bitten ſich nicht um irgend etwas mehr zu kümmern, was mich, Sadie oder mein Haus betrifft.

Herr Delavigne rief der Geiſtliche auffahrend, und ein Blitz ans ſeinem kleinen lebendig grauen Auge traf den Franzoſen in nichts weniger als chriſt⸗ licher DemuthSie gehn zu weit Prudentia iſt Proteſtantin, und ihrer Seele Heil fordert der Herr einſtens vielleicht von mir.

Ein ſpöttiſches Lächeln zuckte um des Franzoſen Lippe als er erwiederke:Genug und über genug, ich habe keine Luſt mich jetzt noch in religiöſe Spitz⸗ findigkeiten einzulaſſen; Sie wiſſen daß Sadie mich bald verläßt und Manches hat ſie mir wohl noch zu