Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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wir, Dein Pflegevater und ich auf Dein Wachſen und Aufblühen ſetzten? iſt das Verſprechen Wahr⸗ heit geworden, das uns Dein kindlich frommer Sinn in früher Jugend gab, und pflegſt Du ſo das Wort Gottes, das Dir, ein heiliger tröſtender Stern hätte vorleuchten ſollen auf der ſchweren Bahn der Prüfung die Du, nach dem Willen des Höchſten betreten, und der Du, ach, nach ſo kurzer, ſo entſetzlich kurzer Zeit ſchon erliegſt?

Sadie ſchwieg das Herz war ihr ſchon über⸗ dies voll und ſchwer, und die Worte des Geiſtlichen ſchnitten nur noch tiefer ein in die Wunden. Auch der wehmüthige, faſt liebende Ton den ſie an ihm nie gewöhnt, drang ihr mit ſcharfem Schmerz in die Seele und wie das, was ihr in früher Jugend ge⸗ lehrt und ihr Herz damals in voller ungetheilter Kraft erfüllt hatte, jetzt wieder, vielleicht ſtärker noch durch die Geſtalt des damaligen ſtrengen Lehrers, durch die Stimme ſelber zu Tag gerufen worden, deren Klänge in ihrer Erinnerung nie verwiſcht, nur geſchlummert hatten, ſo ſtieg auch mit den Worten der mahnende finſtere Geiſt auf und hob warnend die Hand und der Gedanke ich habe geſündigt wuchs, ein Furcht⸗ und Schreckensbild, mit rieſenhafter Schnelle vor ihrem inneren Auge empor und gab der Angſt und Qual die ſie an dieſem Morgen ſchon