Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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ſehen habe, und die wahre Richtung erfragen wolle, trat ihm bis zur Thür entgegen, erröthete aber leicht, als ſie den Herrn erkannte, den ſie an jenem Tage bei Liſchke's geſehen und der ihr mit ſeiner Frage nach ihrem Namen gar wieder ſo viele trübe Bilder wach gerufen in der Seele.

„So bin ich doch recht gegangen,“ ſagte aber der Fremde, den ſie nur unter dem Namen Dr. Schreiber kannte.„Ich glaubte ſchon, ich hätte mich verirrt. Sein Sie mir herzlich ge⸗ grüßt, Frau Hohburg!“

„Und haben Sie mich geſucht?“ frug die Frau, indem ein höheres Roth ihre Schläfe färbte, und ganz vergeſſend, die Begrüßung zu erwiedern.

„Ja,“ ſagte Mae Donald, indem er ihr offen und frei in's Auge ſchaute.„Theilweiſe aller⸗ dings in meines freundlichen Wirthes Auftrag, der faſt fürchtete, es könne Ihnen etwas zuge⸗ ſtoßen ſein, weil Sie die vielen Tage Nichts von

ſich hören ließen— dann aber auch— warum

ſoll ich's leugnen— auf meinen eigenen Antrieb. Sie werden mir nicht zürnen, wenn ich Sie ver⸗ ſichere, daß nicht etwa Neugierde, ſondern ein edleres Gefühl die Urſache iſt.— Und trotzdem nahe ich mit einer Frage, die Ihnen vielleicht zudringlich erſcheinen könnte.“

„Ich begreife nicht“— ſtammelte die Frau.