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es iſt furchtbar, und daß mein Herz in dem Au⸗
genblick nicht gebrochen, verdank' ich nur dem jahrelangen Leid, das es geſtählt und abgehärtet hat.“
Der Mann erviederte keine Sylbe.— Vor ſich nieder ſtarrte er eine Weile, dann fiel ſein Arm auf den Tiſch und er lehnte den Kopf dar⸗ auf in Scham und Reue.
„Und was ſoll nun werden, Eduard? Dein Köxper iſt erſchöpft und aufgerieben, Dein Geiſt gebrochen, oder Du hätteſt nie ſo die Anſiedelun⸗
gen wieder betreten können.— Was ſoll mit Dir
jetzt werden? Mich und das Kind erhalt' ich ſchon mit meiner Hände Arbeit— kümmerlich zwar, aber ehrlich kommen wir durch die Welt. Wie willſt
Du ſelbſt Dir helfen?“
Hohburg antwortete nicht— er ſchien nicht
mehr zu athmen— ſein Nacken, auf den das flackernde Licht den vollen Schimmer warf, ſah
leichenbleich aus, und als die Frau, darüber er⸗ ſchreckt, ſeine Hand faßte, glitt er langſam von dem Stuhle nieder, auf dem er ſaß, und wäre zu Boden geſtürzt, wenn ſie ihn nicht in ihren Armen gehalten hätte.
Langſam und vorſichtig ließ ſie ihn auf die
Erde nieder, hob dann ihr ſchlafendes Kind vom
Bett und zog die Matratze weg, hinter der ſie
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