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die ruhig fortſchlummernde Kleine auf das blanke Stroh zurückſinken ließ. Die Matratze trug ſie dann an die Wand neben den Gatten und wollte ihn hinaufheben— aber ihre Kräfte reichten nicht 1 aus. Nur unter den Kopf ſchob ſie ihm die weichere Unterlage, und kühlte ihm Stirn und Schläfe mit friſchem Waſſer, bis er wieder zu ſich kam.. Hohburg öffnete die Augen, als er aber die 1 über ihn gebeugte Geſtalt der Frau erkannte, ſchloß er ſie wieder und ſtöhnte nur leiſe: „Arme— arme Louiſe.“ Die Frau erwiederte kein Wort. Sie half ihm ſich auf das neben ihm bereite Lager heben, ſchob ihm ihr eigenes Kopfkiſſen unter den Kopf, und deckte ihn mit ihrer wollenen Decke zu. Er faßte, als ſie mit ihm beſchäftigt war, ihre Hand, und zog ſie an ſeine Lippen. Sie duldenkh es, während ein Seufzer ihre Bruſt hob. wandte ſie ſich von ihm ab, löſchte das Li und ſuchte das eigene harte Lager. 4 1 3 Die ſchweren regelmäßigen Athemzüge des zum Tode erſchöpften Mannes tönten ſchon lange zu ihr herüber— in ihrem Arme ſchlummerte das Kind, das liebe Haupt an ihre Bruſt gelehnt — aber die Frau wachte— wachte die lange trübe Nacht hindurch— allein mit ihren Thränen, und


