Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ohne Dielen, war ſauber gefegt und mit duhe ſorgfältig beſtreut; das wenige Blechgeſchirr ſpie⸗ gelblank, und was der Buſch an Blumen lieferte, hatte die Hand der armen Frau gepflückt und damit den einſamen Aufenthalt geſchmückt. Nur die Wände zeigten, daß ein Mann da fehlte, um ſie in Ordnung und Stand zu erhalten. Der Kalk, mit dem die geſpaltenen Stämme beworfen geweſen, war an vielen Stellen heruntergefallen, und die Luft zog kalt durch die dadurch entſtan⸗ denen Lücken. Auch dem Dache fehlte Hülfe, denn bei ſtarkem Regen ſchlug das Waſſer an mancher Stelle durch, und ſammelte ſich im Innern in

kleinen Pfützen.

Für ein Jägerlager im Walde wäre der kleine, nur halb gegen Wind und Wetter geſchützte Raum allenfalls genügend geweſen, für die Frau mit dem Kinde war es ein trauriger, troſtloſer Auf⸗ enthalt.

Als das einfache Abendmahl beendet worden, räumte Frau Hohburg den Tiſch ab, wuſch die Blechbecher draußen am Bache ab und trocknete ſie aus, rückte ſich den einzigen im Zimmer be⸗ findlichen Stuhl zum Tiſche, und das Licht dicht an den Rand deſſelben, um ihre Näharbeit wie⸗ der vorzunehmen.

Biſt Du müde, Rieschen, und willſt Du