Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

260

auch, daß ſie jetzt unmöglich anders könne, als ihn anzuhören. Die Kniee verſagten ihr dabei den Dienſt, und ſie ſank auf den nächſten Stuhl, indem ſie mit faſt flüſternder Stimme ſagte:Was wünſchen Sie?

Dieſe augenſcheinliche Angſt von ihrer Seite gab ihm Muth und mit feſter, ruhiger Stimme fuhr er fort:

Miß Sarah, es kann Ihnen kaum noch ein Geheimniß ſein, wie tief ſich ſeit dem erſten Au⸗ genblicke, wo ich Sie geſehen, Ihr Bild in meine Bruſt gegraben. Bitte, unterbrechen Sie mich nicht vergönnen Sie wenigſtens den Gefühlen, die mir ſeit Jahren das Herz beengt und es bald mit frohen Hoffnungen, bald mit quälender Angſt erfüllt haben, Raum um Worte zu finden. Ich liebe Sie liebe Sie mit aller der treuen, aufrichtigen Gluth, deren ein Mann fähig iſt zu lieben, und von Ihrem Ausſpruche ob er freundlich ob er abweiſend für mich ausfällt, hängt vielleicht das ganze Glück meiner Zukunft, meines Lebens ab. Was mich ſelber betrifft, ſo bin ich allerdings noch gezwungen, einige we⸗ nige Jahre das wilde bewegte Leben, das ich ein⸗ mal zu meinem Berufe gewählt, fortzuführen. Begünſtigt mich aber das Glück nur ein ganz klein wenig und an Eifer und Ausdauer von meiner